15.-20.09.2014 (Teil 1)

2Uhr in der Früh ist nicht gerade die Zeit die einem ein Lächeln ins Gesicht zaubert wenn der noch nicht ganz verfügbare Verstand feststellt, dass es draußen wie befürchtet dunkel, kalt und leicht regnerisch ist.
Nachdem der Kampf gegen die Anziehungskraft des Bettes gewonnen war und die letzten Vorbereitungen beendet, hieß es gegen 4Uhr morgens: Kofferraumdeckel zu, Gurte angelegen, den Schlüssel ins Schloss und ab auf die Autobahn Richtung Süden zu unserem neuen Reiseziel KROATIEN!

Über die A8 Richtung München, vorbei an Rosenheim und Salzburg erreichten wir gegen 10Uhr morgens die slowenische Grenze und 2 Stunden später kroatischen Boden an der Grenzstadt Karlovac. Meine erste Enttäuschung: kein schlecht gelaunter Zollbeamter, der uns aus einer Laune heraus erstmal rechts ranfahren lässt um unser Auto nach allen Regeln der Zöllner-Kunst zu zerlegen. Tja, so ist das nun mal im geeinten Europa, Kroatien ist seit Mitte 2013 Mitglied der EU aber noch nicht dem Schengen-Abkommen beigetreten – das verursacht auch bei den Zollbeamten eine gewisse Lässigkeit.Nach einer weiteren halben Stunde Fahrt über eine schöne und kurvenreiche
Strecke erreichten wir unser erstes Ziel Bubnjaci, ein beschauliches Dorf mit der flächenmäßigen Ausdehnung einer deutschen Kleinstadt aber eben der Einwohnerzahl eines Dorfes. Top-Information am Rande: Reaktivierung der Bahnstrecke und Errichtung eines ICE-Bahnhofs geplant!!! Na dann, „Vorsicht auf Gleis 3, einfahrender ICE aus München, zurückbleiben Bitte!“ Nach einem geselligen und erholsamen Abend, reichhaltigem Essen und dem ein oder anderen Karlovacko (Anm. Des Verfassers: kroatische Bierspezialität, sehr empfehlenswert!) ging es am nächsten Tag erholt und frisch gestärkt weiter auf der Autobahn in ichtung Süden. Die Küstenstadt Sibenik sollte unser Ziel sein. Auf einer gut ausgebauten und nahezu leeren (da gebührenpflichtigen?) Autobahn erreichten wir nach knapp 3 Stunden die Küste in Höhe der dalmatinischen Hafenstadt Zadar. Dort verließen wir die Autobahn (Gebühr insgesamt €12,00) und setzten unsere Reise auf der Bundesstraße 8 entlang der Küste in Richtung Sibinik fort. Nach Split und Zadar ist Sibinik mit knapp 50.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Dalmatiens. Enge Gassen und kulturhistorische Gebäude prägen das Bild dieser Kleinstadt. Die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärte Kathedrale ist sicherlich der touristisch größte Anziehungspunkt.

Da der Stadt-Strand bei weitem aber nicht dem entsprach was wir uns vorstellten und auch die gewählten Unterkünfte nicht gerade einladend waren entschlossen wir uns der Bundesstraße 8 weiter zu folgen und in Primosten unser Glück zu suchen.
Primosten, ungefähr 30km südlich von Sibenik gelegen ist heute ein beliebtes Ausflugsziel in Dalmatien und beeindruckt mit seiner pittoresken, auf einer Halbinsel gelegenen Altstadt (Raduča) in deren Mitte sich am höchsten Punkt die im 15. Jahrhundert errichtete Pfarrkirche Sv. Juraj (St. Georg) befindet. Die Halbinsel war früher mit einer Brücke verbunden, wodurch sich auch der Name der Stadt erklärt: das Verb „primostiti“ bedeutet „überbrücken“. Heute befindet sich an der Stelle der Brücke ein breiter Deich wodurch die einzigartige Lage des Zentrums erst auf den zweiten Blick offensichtlich wird.
Die Strände in unmittelbarer Nähe zum Zentrum sind ruhig und sauber, das glasklare und in verschiedenen Blau- und Grüntönen funkelnde Meer ist mehr als nur eine Belohnung für die insgesamt lange Anreise.
Von Pimosten aus erreicht man in ca. einer halben Stunde den nördlich von Sibinik gelegenen Nationalpark Krka. Ein Besuch lohnt alle Mal.
Bereits kurz nach dem Eingang liegt eine der größten Attraktionen, der Wasserfall Skradinski Buk. In einer beeindruckenden Szenerie ergießen sich rauschende Wassermassen über treppenförmige Kaskaden in die Tiefe eines glasklaren Sees. über Holzstege kann die gesamte Umgebung bequem erkundet werden und überall ist man von ursprünglicher Vegetation und fließendem Wasser umgeben. Leider war während unseres Besuchs im Nationalpark das Baden in den Seen und nahe an den Wasserfällen verboten, da der Wasserstand aufgrund der Regenfälle der letzten Wochen stark angestiegen war. An der ein oder anderen Stelle hatte man somit das Gefühl „übers Wasser zu gehen“.